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SportwissenschafterInnen am Ball

Forschen

Dass einstudierte Spielmuster in der Praxis tatsächlich umgesetzt werden können, zeigen Sportwissenschafter am Beispiel Handball. Foto: pixabay.com

Trainierte Taktik erfolgreich ins Spiel gebracht

Übung macht den Meister: Dieses Sprichwort bewahrheitet sich auch im Sport. Und die Taktik aus dem Training bleibt nicht nur Theorie. Denn wie einstudierte Spielmuster in der Praxis tatsächlich umgesetzt werden können, ist in komplexen Sportarten nur schwer objektiv erfassbar. Die Sportwissenschafter Markus Tilp von der Uni Graz und Amr Hassan von der Uni Mansoura in Ägypten zeigen einen objektiven Lösungsansatz dafür am Beispiel von Handball.

Von den Besten lernen – lautete die Ausgangssituation für die SportwissenschafterInnen an der Karl-Franzens-Universität Graz. So nahm das Team um Univ.-Prof. Dr. Markus Tilp die Spiele der U18-Handball-Europameisterschaft der Männer von 2012 genau unter die Lupe. Dazu wurden am Computer mit Hilfe der Spielanalyse und einer eigens gemeinsam mit der Technischen Universität Graz entwickelten Software die Spielzüge der Mannschaften beziehungsweise die Wege des Balls nachgezeichnet. Das Fazit der Analyse mit künstlichen neuronalen Netzen, die ebenfalls mit einem Computermodell gebildet wurden: „Es zeigten sich bei den Wurffolgen verschiedene Muster, die im Wettbewerb immer wiederkehrten “, schildert Tilp. Bis zu 27 dieser taktischen Muster wurden herausgefiltert. Von diesen wurden dann in Kooperation mit der Universität Mansoura die zwölf am häufigsten verwendeten ins Training einer ägyptischen Erstliga-Nachwuchsmannschaft übertragen und gezielt geübt.
Das Training machte sich im sportlichen Erfolg bemerkbar und war mit Hilfe der künstlichen neuronalen Netze zur Mustererkennung zugleich messbar: Die antrainierten Spielmuster ließen sich nämlich zu 58 Prozent im Wettkampf umsetzen. Das Ergebnis ist umso beachtlicher, da sich speziell im Mannschaftssport die Bedingungen zwischen Training und Wettkampf massiv unterscheiden. „Die Positionen der Sportler sind auf dem Spielfeld kaum vorhersehbar“, erklärt Tilp. „Das Computermodell hat den Vorteil gegenüber klassischen statistischen Methoden, da es keine 100-prozentige Übereinstimmung voraussetzt und besser Ähnlichkeiten erkennen kann.“
Die Ergebnisse der Spielanalyse, einer der Forschungsschwerpunkte am Institut für Sportwissenschaft der Uni Graz, wurden zwar im Handball eruiert, lassen sich, so Tilp, aber durchaus auf andere Disziplinen, wie Fußball und Basketball, umlegen.

Die Forschungsergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift „Journal of Sports Science“ publiziert.

Die Forschungen am Institut für Sportwissenschaft sind der Teil Umwelt-, Regional- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät (URBI) der Uni Graz. Die URBI-Fakultät feiert heuer zehnjähriges Bestehen.

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